Golf-Triumph über die Allradler
25.04.06 10:44
Alter: 15 yrs


VON: SEBI





Die ADAC-Fontane-Rallye Neuruppin, dritter Lauf der DMSB-Challenge (Region Nord), erlebt einen unerwarteten, aber hoch verdienten Sieg von Guido Imhoff und Sebastian Walker. Die beiden Niedersachsen holen sich im VW Golf Kit Car zwei Bestzeiten, erlauben sich bei schwierigen (weil schmierigen) Bedingungen keinen Fehler und erreichen das Ziel mit fast einer Minute Vorsprung auf die Konkurrenz.

 

Die Fontane-Rallye hat im zweiten Asphalt-Jahr nach sieben Ausgaben auf Sand und Schotter das Challenge-Prädikat erhalten. Nur zwei verschiedene Prüfungen, die dreimal zu absolvieren sind, entsprechen nicht gerade der Zielsetzung einer Rallye 200 Plus, aber immerhin ist die Sprintprüfung von Gottberg nach Werder sehr herausfordernd und abwechslungsreich. Nach vielen Kurven und Kuppen zu Beginn folgt eine lange Ortsdurchfahrt in Werder mit mehrmaligem Belagwechsel. Der Rundkurs durch Lichtenberg besticht durch eine attraktive Zuschauerzone mitten im Ort mit Parkplatz, satter Verpflegung und Streckenreportage. Das neue Rallyezentrum in Neuruppin erfüllt die Erwartungen.

 

Petrus meint es nicht gut, ein kräftiger Landregen bedeckt den Asphalt mit Pfützen, alle Kurven sind vom Cutten schmierig, die beiden kurzen Sandwege in der Sprintprüfung matschig. Ideale Bedingungen für die Allradler – sollte man meinen. Der hohe Favorit Frank Richert fährt auf dem ersten Sprint zwar Bestzeit, aber er muss sich die Bestzeit teilen mit Guido Imhoff im frontgetriebenen Golf. Auf dem Rundkurs kann sich der Berliner Cossie-Pilot zwar um 12 Sekunden von Imhoff absetzen. Aber ein Ausritt auf WP 3 kostet außer einer lädierten Front so viel Zeit, dass der niedersächsische Golf-Treter mit zwei Zehntel in Führung geht. Richert kann auf dem Rundkurs erneut kontern, doch als er an einer Kante gleich zwei Reifen aufschlitzt, beendet er die Fontane-Rallye vorzeitig.

 

Vorjahressieger Wolfgang Meierholz leistet sich mit seinem Mitsubishi Lancer gleich auf dem ersten Sprint einen seiner sehr seltenen Ausrutscher und büßt 40 Sekunden ein. Das reicht immerhin noch zum Ehrenplatz, aber zum Sieg hätte es auch ohne den Ausritt nicht gereicht. Max Menz liegt beim Debüt im Leih-Mitsubishi von Wallenwein um Platz 5 herum, ehe er nach WP 4 Geräusche im Antrieb vernimmt und den Lancer vorsichtshalber abstellt. Klaus Schwantes im Subaru Legacy 4x4 hat den sicheren Sieg in der Gruppe G vor Augen, als er vor der letzten Prüfung mit gebrochenem Motorlager ausrollt – ein Debakel für die Allradler!

 

Hinter Imhoff und Meierholz klafft eine große Lücke. Den dritten Platz auf dem Podium sichert sich mit extremen Drifts – sehr zur Freude der zahlreichen Fans in den Zuschauerzonen – der Sachse Patrick Schmidt im Cup-BMW 318is, der die Schlussattacke seines Driftkollegen Axel Schütt um zehn Sekunden abwehren kann. Der Holsteiner hat aber größere Sorgen, denn sein fast 30 Jahre alter Escort verbraucht über sechs Liter Wasser. Golf-Pilot Ricky Wolff strahlt über Rang 5, das beste Resultat seiner Karriere.

 

Ergebnis:

1. Imhoff/Walker, VW Golf III Kit Car, H13, 31:10 Minuten

2. Meierholz/Schumann, Mitsubishi Lancer E6, N5, + 55 Sek.

3. Schmidt/Marecki, BMW 318is, N3, + 2:09 Min.

4. Schütt/Finke, Ford Escort RS 2000, H13, + 2:20 Min.

 








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